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Tempelberg-Affäre: Eine Niederlage für die FPÖ

Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Es war eine Schlüsselszene in der Bundespräsidentschaftswahl 2016. Im ORF-Duell vor der Wahl im Mai konfrontierte Moderatorin Ingrid Thurnher FPÖ-Kandidat Norbert Hofer mit einer Geschichte, die er im Wahlkampf oft wiederholt hatte: Er sei Augenzeuge gewesen, als israelische Sicherheitsbeamte auf dem Tempelberg eine schwer bewaffnete Terroristin erschossen hätten. Hofer bestätigte die Geschichte im Duell, der ORF spielte daraufhin ein Statement eines israelischen Polizeisprechers ein, der erklärte, es habe während Hofers Besuch auf dem Tempelberg kein Attentat gegeben.

Zwar war Hofers Darstellung nachweislich unwahr, doch ergaben spätere Recherchen, dass Sicherheitsbeamte tatsächlich einer fundamentalistischen Jüdin ins Bein geschossen hatten, während Hofer in Jerusalem weilte.

Hofer beschwerte sich daraufhin bei der Medienbehörde KommAustria: Thurnher sei nicht objektiv gewesen und habe ihn mit der Tempelberg-Geschichte lächerlich machen wollen. Am Donnerstag entschied die KommAustria: Der ORF habe seine Recherchen "mit bestmöglicher Genauigkeit und Sorgfalt" durchgeführt und habe das Objektivitätsgebot eingehalten, das im ORF-Gesetz festgeschrieben sei. Hofer lässt das Urteil nun anfechten.


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