Stadtrand Urbanismus

Wer Tauben füttert, füttert Ratten

Birgit Wittstock über Sinn und Unsinn von Vogelfütterverboten

Stadtleben | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Im Alois-Drasche-Park in Margareten geschehen so einige Dinge, die eigentlich verboten sind. Hier in dieser von secessionistischen Fassaden eingerahmten Stadtoase sind jede Menge freilaufender Hunde und immer wieder auch Vogelfütterer unterwegs - beides, das weiß man, nicht erlaubt. Denn wer Tauben füttert, füttert Ratten, erklärt die Stadt schon seit Jahren. Im Grunde auch ein sinnvolles Verbot, wenn man sich vor Augen hält, was manche Menschen gutmeinend als Vogelfutter ausstreuen. Wer will schon an jeder Ecke in verfaulende Wurstreste, aufgeweichte Nudeln und schimmelnde Brotrinden steigen?

Neulich im besagten Draschepark: Eine Frau streut einem Schwarm Krähen eine Handvoll ungeschälter Erdnüsse. Ein Waste-Watcher in Zivil zückt den Block, um eine Anzeige auszustellen. Es folgt eine lange Diskussion, die mit einer ernsten Verwarnung und beidseitiger Verwirrung endet. Denn: Echtes Vogelfutter ist zwar vom Reinhaltegesetz ausgenommen - aber was gilt als solches und fressen das die Ratten etwa nicht? Die Wahrheit ist doch: Auch wer Rotkehlchen und Kohlmeisen füttert, füttert Ratten.


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