Zeit am Schirm

TV-Kolumne


Birgit Wittstock
Medien | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Es sind bereits ein paar Wochen vergangen, seit die sechste Staffel von "Homeland" auf dem US-Kabelsender Showtime gestartet ist, und dass Sie hier erst jetzt davon lesen, erzählt auch eine Geschichte: Die Luft ist nämlich raus. Zumindest gelang es den ersten Folgen nicht, den Sog der vorherigen Staffeln aufzubauen.

Zur Erinnerung: Die Geschichte um die CIA-Analytikerin Carrie Mathison, die einen fast weltweiten Undercoverkrieg gegen den Terror führt, war zwar von Anfang an sehr amerikanisch - darüber konnte auch das bisschen Patriotismuskritik nicht hinweghelfen -, aber schlichtweg wahnsinnig spannend und die starke Protagonistin in der Männerwelt der Agenten, Soldaten und Terroristen eine Wohltat. Nun, zu Beginn der neuen Staffel, scheint die Figur Carrie Mathison aber an derselben Sache zu scheitern wie Millionen andere Frauen auch: Mutterrolle und Job lassen sich nicht glaubwürdig in Einklang bringen. Sie ist mehr fade Mama als toughe Agentin. Da kann perspektivisch nur ein Drama helfen, das sie von ihrer mütterlichen Verantwortung befreit.


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