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"Der Himmel wird warten" von M.-C. Mention-Schaar

Lexikon | aus FALTER 12/17 vom 22.03.2017

Jugendliche, die radikalisiert werden und ihre Heimat verlassen, um in Syrien zu kämpfen oder mit ihrem vermeintlichen Traumprinzen zusammen zu sein: Verschiedene Medien haben dieses Thema bereits aufgegriffen, im Film war davon hierzulande noch wenig zu sehen. Die französische Regisseurin Marie-Castille Mention-Schaar blickt mit ihrem Drama "Der Himmel wird warten" exemplarisch auf das Schicksal zweier junger Frauen, die vom IS angeworben werden. Was zunächst wie ein Episodenfilm erscheint, ist eine zeitlich komplex verwobene Geschichte. Während Sonia zu Beginn des Films einen Anschlag plant und sich in der Folge mit großen innerlichen Schmerzen von der Indoktrinierung loszulösen versucht, hat Mélanie erst im Laufe der Handlung Internetkontakt mit einem Islamisten, in den sie sich verliebt. Besondere Kraft gewinnt das düstere, unaufgeregt gestaltete Werk durch die Mitwirkung der Mediatorin Dounia Bouzar, die dem Film einen dokumentarischen, aufklärerischen Charakter verleiht.

Ab Fr im Votiv (OmU)


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