Gelesen Bücher, kurz besprochen

Marken-Feminismus


Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Andi Zeislers Abrechnung mit dem "Feelgood-Feminismus", den sie selber mitbegründet hat, ist letztes Jahr in den USA auf Englisch und nun auf Deutsch erschienen. Zeisler, die mit ihrem Magazin Bitch daran beteiligt war, Feminismus zum Pop-Phänomen zu machen, erzählt von den Wurzeln des Marken-Feminismus. So haben schon US-Tabakkonzerne in den 1960er-Jahren das Rauchen zum Akt der feministischen Selbstermächtigung stilisiert. Heute verkauft die Industrie Frauen alles als "Empowerment": High Heels, Ballerinas, Deos, Ayurveda. Feministische Slogans finden sich auf Modeschauen wie in der Kunst und Popmusik. Er ist zur Marke geworden, die man sich anheften kann. Was nun? Eine klare Antwort darauf findet Zeisler nicht, als Bestandsaufnahme ist ihr Buch trotzdem lesenswert.

Andi Zeisler: Wir waren doch mal Feministinnen: Vom Riot Grrrl zum Covergirl - Der Ausverkauf einer politischen Bewegung. Rotpunktverlag, 302 S., € 25


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