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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Auch in einem Gotteskrieger steckt ein Umweltschützer. Die Taliban riefen dazu auf, die vom Kampf in Mitleidenschaft gezogenen Wälder Afghanistans zu schonen. "Forsten und Landwirtschaft sind weltliche Wohltaten, die aber auch in unserem Leben nach dem Tode immens belohnt werden", heißt es auf der Taliban-Homepage.

Natur-und Tierschützer können sich ihre Verbündeten nicht aussuchen. Der Vegetarier Adolf Hitler ließ Millionen Menschen ermorden, liebte aber Schäferhunde und deutsche Tannen. Die Nationalsozialisten vernichteten politische Gegner, wollten aber gleichzeitig Tierversuche verbieten, das Reichswaldverwüstungsgesetz schützte die Wälder.

Die afghanischen Freischärler mit den krummen Säbeln und grimmigen Blicken schneiden gerne Köpfe ab. Bei Lärchen und Linden geht den Fundis aber offensichtlich das Herzerl auf. Was wäre ein Gottesstaat ohne rauschenden Wald und blühende Gärten, die an das Paradies erinnern. Unter den Taliban ist halt nicht alles schlecht.


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