Tiere

Süße Hasen


Peter Iwaniewicz
Kolumnen/Zoo | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Die gute Nachricht für uns alle zuerst: Forscher der University of Kansas konnten die Menschheit von einer bedrohlichen, in unserem Unterbewusstsein und in Horrorfilmen lauernden Angst befreien. Mutter Natur und ihr Ehemann Natürliche Selektion sorgen dafür, dass Mutanten relativ schlechte Chancen haben, sich in der Umwelt durchzusetzen. Spontane, aber auch gentechnisch herbeigeführte Änderungen in der Erbsubstanz von Lebewesen verschwinden im Lauf einiger Generationen wieder, weil sie in den meisten Fällen, mehr Nach-als Vorteile für die jeweilige Art zeigen. Die Sorge, dass wir in naher Zukunft gegen genetisch veränderte Superspezies kämpfen müssen, bleibt also weiterhin nur Thema für B-Movies.

Die gute Nachricht für Freunde mächtiger Nasenöffnungen: Der britische Anatom Arthur Thomson postulierte bereits vor fast 100 Jahren, dass die in warm-feuchten Gebieten lebenden Menschen größere Nasenlöcher besitzen als Bewohner in trockenkalten Zonen. Dieser Zusammenhang wurde jetzt auch statistisch überprüft und bestätigt. Ich finde, wir brauchen eindeutig viel mehr Studien zu den ästhetischen Folgen des Klimawandels!

Die Osternachricht: Diese Frühlingsfeier ist eigentlich ein Fest der Tiere. Was wären die jetzt blühenden Pflanzen ohne die sie bestäubenden Insekten? Schon 1977 berechnete man an der Uni Graz, dass das Leben von 14 Billiarden Insekten pro Jahr an Autowindschutzscheiben endet. Diese Erkenntnis führte jedoch nicht zu weniger oder langsameren Autos, sondern inspirierte Sachbuchautoren zu "Bestimmungsbüchern" für den Zusammenstoß von Fahrzeugen und Tieren wie "Flattened Fauna" oder "That Gunk on Your Car". Laut Angaben des WWF liegen im Bewegungsraum eines durchschnittlichen Feldhasen 60 Straßen. Das ist für Osterhasen natürlich ein ziemliches Berufsrisiko. In der Jagdstatistik wurden in der letzten Saison 32.671 Feldhasen als sogenanntes Fallwild ausgewiesen. Damit bezeichnet man alle Todesursachen durch "nichtjagdliche Einwirkung des Menschen". Und das sind im Wesentlichen alle "Abschüsse" durch den motorisierten Verkehr. Osterhasen aus Schokolade haben es jedenfalls besser: Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie werden auch heuer wieder mehr als 200 Millionen Schokohasen unterwegs sein. Halali!

iwaniewicz@falter.at Zeichnung: Bernd Püribauer


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige