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Robert B. Silvers (1929-2017)

Feuilleton | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Die New York Review of Books ist möglicherweise das interessanteste intellektuelle Journal der Welt. Verantwortlich dafür war vor allem ein Mann, Robert B. Silvers, 1963 Gründungsmitglied und seitdem Chefredakteur. Er stiftete Autorinnen und Autoren an, sich in Form von Rezensionen meist mehrerer Bücher auf einmal mit aktuellen und wichtigen Themen auseinanderzusetzen. Ob man über Trumpismus oder Roboter, über Dada oder Ökologie, über Rassismus oder Zeitgeschichte, über das Regime in Uganda oder alte und neue Literatur informiert sein wollte, in der NYRB erfuhr man dazu Essenzielles von den besten Autorinnen und Autoren. Timothy Garton Ash erzählt, Silvers habe ihn am Weihnachtsabend angerufen, die Familie war um den Truthahn versammelt, um ihm mitzuteilen, dass sich in der sechsten Spalte eines Artikels ein von Ash falsch gebrauchtes Partizip befand. Silvers, der Chefredakteur schlechthin, lebte für die Redaktion und die Zeitschrift. Seine Besessenheit brachte ihre Qualität hervor. Vergangene Woche starb Silvers im Alter von 88 Jahren in New York.


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