Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Pop

Drake: More Life

Der kanadische Hip-Hop-Superstar schien sich zuletzt, obwohl er laufend Spotify-Rekorde bricht, in eine kreative Sackgasse manövriert zu haben. "Views" klang 2016 verdammt eintönig und klaustrophobisch. Mit dem als Playlist vermarkteten "More Life" macht der rastlose Sänger und Rapper die Tür auf und bewegt sich Richtung Global Pop. Unzählige Produzenten stellten ziemlich unterschiedliche Beats zur Verfügung, die von R'n'B bis zu südafrikanischer House Music reichen. Das geht gut rein. (Cash Money) SF

Jazz

Omerzell/Siewert/König: Battleship Euphoria

Mit seinem Label Handsemmel hat sich Falter-Autor Klaus Nüchtern bis dato um "mundgeblasenen Jazz" gekümmert. Bläserfrei und beinahe progrockig kommt die neue Produktion daher, für die sich Mitglieder der Ausnahmebands Kompost 3 und Radian zusammenfanden. Lukas König sorgt für den schweren Groove-Unterbau, Benny Omerzell lässt seine Orgeln ordentlich aufheulen und Martin Siewert hält an der Gitarre locker mit. Dieses Schlachtschiff wiegt unzählige Tonnen, aber es bewegt sich. (Handsemmel) SF

Jazz

Lee Konitz: Frescalalto

Der 89-jährige Altsaxofonist Lee Konitz hätte seine stupende Karriere auch mit einem Dutzend Standards bestreiten können. Favoriten ("Stella by Starlight","Cherokee" etc.) werden auch hier handschuhgleich von innen nach außen gewendet und laden zum heiteren Melodienraten. Dass der improvisatorische Atem nicht mehr ganz so weit reicht und Konitz das Feld dem formidabel relaxten Trio von Pianist Kenny Barron überlässt, ist verständlich, sein Scat-Gesang gewöhnungsbedürftig, aber von schrägem Charme. (Impuls) KN


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