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Pressekolumne


Nina Horaczek
Medien | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Ein Mal musste Erwin Pröll noch durch das journalistische Fegefeuer. Zu seinem Abschied als Landeshauptmann nahm der Kurier den Langzeit-Landesfürsten in einem einseitigen Interview ins Kreuzverhör. Das liest sich dann so: "Im Blick zurück, was hat Sie in den 25 Jahren wirklich gefreut?"(Antwort: drei Mal die absolute Mehrheit zu gewinnen);"nach Ihrem letzten Wahlsonntag 2013 haben Sie auch gestrahlt"(Antwort: ja, weil er wieder Landeshauptmann wurde);"Sie sind stolzer Niederösterreicher. Sind Sie damit auf die Welt gekommen?"(Antwort: Nein, diese Eigenschaft ist nicht angeboren, sondern hat sich erst während Prölls Studienzeit in Wien entwickelt).

Der Kurier kann's aber auch kritisch. Statt Pröll nur zu fragen, warum er so super ist, wagt die Zeitung den Angriff: "War das Geheimnis Ihres Erfolgs die Macht der absoluten Mehrheit oder Ihre farblosen Gegner?" Als ob es in der niederösterreichischen Politik etwas Gutes gäbe, das nicht Prölls Verdienst sei. "Weder noch", lautet daher auch gleich die Antwort. "Wenn es etwas war, war es der unkomplizierte Zugang zu den Menschen."


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