Phettbergs Predigtdienst

Diesmal hatte ich nur als Trost meine Magnolie


Hermes Phettberg
Kolumnen/Zoo | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Gestern holte mich Philipp Michael Porta, half mir, mich anzuziehen, bewältigte mich zum Stephansplatz ins Pastoralamt, und dort gibt es seit neuerem, von allen katholischen Orden Österreichs gestiftet, die "Quo vadis?". Und dort sprach der Wirtschaftsjournalist Dr. Walter Sonnleitner. Und lauter sich mit Gewalt schlank haltende Persönlichkeiten hörten ihm zu. Gott sei Dank rollte mich Philipp Michael Porta durch den Burggarten, und dort sah ich schon die Magnolie voll erblüht. Philipp rannte hin und schenkte mir eine der vielen Blüten.

Dr. Walter Sonnleitner und seine Zuhörenden befassten sich mit "Mit Sicherheit verlieren Sie Ihre Freiheit!". Von Diogenes bis zur heutigen Computeritis und wie die EU dies dann in Stein meißelt. Ich, der ziemlich Begeisterte, dass die EU schon waltet, erhoffte mir von einem weisen Mann, wie Dr. Walter Sonnleitner es sein müsste, "Innigkeit" zur EU. Doch dann bekam ich, je länger es dauerte, das Gefühl, ich sei unter österreichische Fans eines Austria-Exit geraten, und musste mich entfernen. Denn ich konnte es nicht mehr ertragen. Als plötzlich ein Zuhörender im Publikum begann, zu begründen, warum alles immer schlechter wird, und dazu dann 1968 die sexuelle Revolution auszuführen beginnen wollte, musste ich aus dem Vortrag davonrennen!

Gott sei Dank hatte der burgenländische Bischof Ägidius Zsifkovics gerade die burgenländische Pendlermesse im Stephansdom zu feiern begonnen. Und jetzt in der Fastenzeit sind alle Märtyrys -beginnend mit dem heiligen Stephan -im Stephansdom von dieser wunderbaren Künstlin verdeckt worden (sehenswert!). Und auf dem Weg dorthin begegnete ich einer circa gleichaltrigen Unternalbin, ich kenne ihre ganze Familie.

Es gab aber dann doch noch im Anschluss eine Fastenspeise des "Quo vadis?" mit Linsensuppe und Schwarzbrot. Philipp Michael Porta gelang es, mich damit zurückzulocken, und er servierte mir zwei Teller voll wunderbarer, bestgewürzter Linsensuppe. Ich war ja früher als Pastoralassistent öfter im Pastoralamt am Stephansplatz 6 und hatte ja dort quasi immer eher linke, fortschrittliche katholische Persönlichkeiten erwartet. Diesmal hatte ich nur als Trost meine Magnolie in der Hand halten können.

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