Schwimmen ist nicht gleich Schwimmen

58 Prozent der Österreicher sagen, dass Schwimmen ihr Sport sei - und meinen damit meist Dümpeln, Treiben und Planschen

Bericht: Thomas Rottenberg | Stadtleben | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Die ältere Dame war höflich, aber bestimmt: Das gehe so nicht, erklärte sie. "Sie können hier nicht kraulen. Wenn Sie kraulen wollen, dann müssen Sie zu einem Verein gehen. Hier nicht: Sie machen ja alles nass!" Sprach's -und schwamm weiter: Langsam, mit weit ausladenden Armen, den Kopf hoch über der Wasseroberfläche.

Als die Dame wieder vorbeikam, fragten die soeben Gerügten - ein Triathlet und ein ehemaliger Leistungssportler, ob das gerade ein Scherz gewesen sei: Beim Schwimmen sei der Kontakt mit Wasser nicht auszuschließen. Die Bahn sei mit "Für Sportschwimmer" ausgeschildert. Daneben sei doch genügend Platz.

Die Dame wankte nicht: "Ich will keine nassen Haare." Und sie schwämme zu Recht in der Bahn: "Für mich ist das Sport. In Wien ist das eben so: Kraulen nur im Verein."

Diese Momentaufnahme kann -in Variationen - nacherzählen, wer in Wien versucht, den angeblich beliebtesten Sport der Österreicher auszuüben. Schwimmen nämlich: 58 Prozent nicken hier laut "Sportreport

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