Zeit am Schirm

TV-Kolumne


Matthias Dusini
Medien | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Der Trend zum Zweitbildschirm greift auch im öffentlichen Raum um sich. Zu Hause auf der Couch ist es ja ganz selbstverständlich, dass die Zuseher und Zuseherinnen auf ein iPad blicken, während das TV-Gerät läuft. So lässt sich ein Artikel lesen, wenn der Werbeblock beginnt. Umgekehrt bietet etwa eine Nachrichtensendung oder eine Sportübertragung auf der großen Scheibe eine willkommene Abwechslung, wenn es in der Facebooktimeline fad wird.

In den Wiener Straßenbahnwaggons lässt es sich nicht vermeiden, dass neben dem obligatorischen Smartphone ein zweiter Bildschirm on ist. Man sitzt in der Bim und kann der Versuchung nicht widerstehen, unnötigerweise das E-Mail-Konto zu überprüfen, statt einfach aus dem Fenster zu blicken und die blühenden Sträucher zu bewundern, die das winterliche Grau durchbrechen. Stattdessen bleibt die Aufmerksamkeit auf der Straßenbahnglotze hängen, wo gerade jene Werbung ausgestrahlt wird, der man im Wohnzimmer eben erst entronnen ist. Sprechen wir doch lieber vom Trend zum Viertbildschirm.


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