Stadtrand Urbanismus

Wenn Autos ins Museum kommen

Stadtleben | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Seit dieser Woche steht Bruno Kreiskys VW 1303 Cabrio im Technischen Museum Wien. Es ist eine Dauerleihgabe des Bruno Kreisky Forums. Für unsere jüngeren Leser: Kreisky, alleinregierender Bundeskanzler von 1970 bis 1983, Säulenheiliger der österreichischen Sozialdemokratie, die ihn gerne "Sonnenkönig" nennt.

Kreisky kaufte sich diesen Käfer für sein Feriendomizil auf Mallorca. Er wählte ihn in der Farbe "Sonnengelb", heißt es in der Erklärung des Technischen Museums. Wobei: Dottergelb trifft es besser. Klingt halt weniger nach Sonnenkönig, mehr nach Eierspeis.

Die Frage, wie und warum ein Fahrzeug zum Museumsstück - und damit zur vergangenheitspolitischen Ikone -wird, ist spannend. Die Toten vom Berliner Breitscheidplatz waren noch nicht einmal beigesetzt, da diskutierten Historiker schon, ob der Attentäter-Lkw in die Sammlung des Hauses der Geschichte in Bonn aufgenommen werden sollte. Nein, wir wollen ihn nicht, hieß es später aus Bonn. Was geschah eigentlich mit dem weißen Schlepper-Kastenwagen, in dem bei Parndorf am 27. August 2015 71 Flüchtlinge starben? Er gehört jedenfalls ins Museum.


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