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Hass im Netz: Google hat ein Werbeproblem

Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Die Briten waren nicht erfreut. Wie die Zeitung The Times Mitte März recherchierte, liefen Werbeschaltungen der britischen Regierung und staatsnaher Organisationen auch vor Youtube-Clips mit extremistischem Inhalt -etwa solchen, die Vergewaltigungen gutheißen, in denen gegen Juden gehetzt wird oder die fundamentalistische Hasspredigten zeigen. Ein Teil der steuerfinanzierten Werbekosten floss damit nicht nur an den Youtube-Mutterkonzern Google, sondern auch an jene Youtuber, die diese umstrittenen Kanäle betreiben.

Hintergrund des Problems ist die automatisierte Werbeschaltung bei Google. Werbekunden können bestimmen, welche Zielgruppe (etwa sortiert nach Alter oder Geschlecht) die Werbung sehen soll, aber nicht komplett ausschließen, dass die Werbung vor unangemessenen Inhalten geschaltet wird.

Google entschuldigte sich bereits für die falschen Werbeschaltungen, aber die Causa hat sich seither zu einem veritablen Imageproblem ausgewachsen. In den vergangenen Tagen haben sich neben der britischen Regierung auch große Marken wie Volkswagen oder Ford, der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson oder mächtige Telekomfirmen wie Verizon und AT&T entschlossen, ihre Werbung auf verschiedenen Google-Kanälen zu stoppen.


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