Landrand Ruralismus

Heimfahrt mit Freakzwang


Gerlinde Pölsler
Landleben | aus FALTER 13/17 vom 29.03.2017

Einen gab es, der fuhr mit seinem Auto so viele Frösche tot, wie er nur erwischen konnte. So eine 40-Kilometer-Disco-Heimfahrt brachte da hübsch viele Erfolgserlebnisse. Trotzdem stiegen immer genug Leute zu ihm ein, vor allem Mädchen. Auf Mitfahrgelegenheit (oder die Eltern) angewiesen zu sein ist eine der elementaren Erfahrungen des Aufwachsens auf dem Land. Mädchen fangen meist früher an fortzugehen und sind dann vermehrt abhängig: von älteren Burschen mit Auto. Oder wenigstens Moped. Auch wenn heute Discobusse fahren: Im Dorf verspricht nach wie vor erst der Besitz von Führerschein und Auto die Freiheit.

In den größeren Städten wie Wien und Graz dagegen klagen Fahrschulen zunehmend über ausbleibende Kundschaft. Jugendliche in Ballungsräumen nutzen das Auto seltener als früher, bestätigt der Verkehrsclub Österreich. Auch machen immer weniger junge Wiener den L-17. Auf dem Land boomt er.

Zum Anfangen beliebt bleibt das Mopperl. Der Anteil der Mädchen steigt dabei von Jahr zu Jahr: Sie stellen schon 42 Prozent der 15-und 16-jährigen Mopedneulinge. Lieber knattern sie selber los, als zu Freaks oder Besoffenen ins Auto zu steigen.


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