Siegt Maja?

Für die Bienen fallen demnächst ernste Entscheidungen: Die EU-Kommission will drei Neonicotinoide komplett verbieten. Minister Andrä Rupprechter hält sich noch bedeckt


RECHERCHE: GERLINDE PÖLSLER

LANDLEBEN, FALTER 14/17 vom 05.04.2017


Foto: Heribert Corn

Stefan Mandl reißt es gerade wild herum. Die Marillenbäume beginnen zu blühen, die Bienenvölker erwachen – und Mandl betreut von seinem Bio-Imkerbetrieb in Schwechat aus zehntausend davon. „Wenn sie wachsen, kriegen sie eine zweite Kiste aufgesetzt, damit sie genug Platz haben“, erklärt er, „das ist momentan unsere Hauptarbeit.“ Mehrere Stöcke bekommen an diesem Tag neue Standplätze: Ein Raps- und Sonnenblumen-Bauer will sie direkt bei seinen Feldern stehen haben: „Gerade Raps, Kürbis, Buchweizen brauchen die Insektenbestäubung.“

Jedes Jahr im März muss auch der Österreich-Obmann der Erwerbsimker haufenweise tote Bienen aus den Stöcken klauben. Etwa ein Drittel habe österreichweit den Winter nicht überlebt, bei Mandl selbst waren es 22 Prozent. „Den Bienen geht es nach wie vor nicht gut“, sagt er.

Und demnächst fallen mehrere Entscheidungen, die für die Bienen und die gesamte Landwirtschaft weitreichende Auswirkungen haben werden: Die EU-Kommission will drei Pflanzenschutzmittel auf den Äckern komplett verbieten, weil diese für Bienen gefährlich seien. Es sind dieselben Neonicotinoide, für die die EU schon 2013 ein Teilverbot erließ. Genau mit diesem müssen sich aber auch die Gerichte herumschlagen: Die Chemiekonzerne Bayer & Co, die diese Insektizide herstellen, haben die EU wegen des Teilverbots verklagt.

  1726 Wörter       9 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Landleben-Artikel finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige