Marine Le Pens

Verlockungen

Die Umfragen scheinen eindeutig: Die Rechtspopulistin wird nicht Präsidentin Frankreichs. Man sollte dieser Prognose aber mit großer Vorsicht begegnen

BERICHT: DANNY LEDER, PARIS
POLITIK, FALTER 14/17 vom 05.04.2017

Fast täglich treffe ich Remi in einem Beisl bei mir ums Eck. Ich hör ihn gern witzeln, er ist ein pointierter Beobachter. Politisch war Remi ursprünglich eher im linken, ökologisch bewegten Milieu angesiedelt. Aber seit ein paar Jahren neigt er zu der Art von Exzess, bei dem man am Ende lieber nicht wissen möchte, für oder gegen wen er sich bei Wahlen entscheiden könnte.

Remi ist knapp über 60 und blickt auf eine bewegte Berufslaufbahn und ein facettenreiches Privatleben zurück: Mal war er Boss einer Grafikfirma, die Pleite machte, dann Hilfsarbeiter, dann arbeitslos, dann Journalist, und jetzt ist er wieder ohne Job.

Dazu kamen vier geschiedene Ehen, über die er sich mit leidvoller Mine auslässt, weil er in zwei Fällen noch immer Alimente für zwei Kinder zahlt. Ständig, so klagt er, müsse er zwischen den Überweisungen an seine Exfrauen und der Zahlung seiner Miete jonglieren, so knapp sei er bei Kasse.

Remi zehrt aus seinem Werdegang und der politischen Aktualität eine ungebändigte

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