Gelesen Bücher, kurz besprochen

Illiberale Demokratien


BARBARA TÓTH
POLITISCHES BUCH | aus FALTER 14/17 vom 05.04.2017

Die aktuelle Ausgabe von Transit diskutiert den Begriff der "illiberalen Demokratie", der sich zu etablieren scheint, um Regime wie jenes in Ungarn oder Polen zu beschreiben. Jan Werner Müller kritisiert daran zu Recht, dass man damit diesen Regimen die Möglichkeit lässt, sich nach wie vor als "Demokratien" zu bezeichnen -auch wenn ihre Fundamente untergraben werden. Gábor Halmais und István Rév setzen sich im Detail mit Viktor Orbáns Strategien auseinander. Halmais erklärt, wie er den Begriff "liberal" als "Alibi für die Selbstbereicherung der Eliten" neu definiert und negativ besetzt. Rév beschreibt die dramatisierte, nationalistische Vergangenheitspolitik, die in illiberalen Demokratien als "Illusion des politischen Wettbewerbs" dient und diesen ersetzt. Essays zur Situation in Polen, Russland und der Ukraine ergänzen diesen lesenswerten Sammelband.

Transit - Europäische Revue, Heft 48: Rückkehr der illiberalen Demokratie? Verlag Neue Kritik, 184 S., € 14,80


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