Landrand Ruralismus

Scheane Pippaln, böse Beeren


Gerlinde Pölsler
Landleben | aus FALTER 15/17 vom 12.04.2017

Scheane Pippaln!" Der Altbauer aus dem steirischen Süden deutet auf seine grupften Hendeln. Zwar landet er nicht bei allen Bauernmarkt-Besuchern, sind doch etliche vegetarisch bis vegan, weil besonders natur- und ernährungsbewusst. Und gerade weil das im Trend liegt, florieren die Märkte.

Das Marktgehen kann man nämlich als emanzipatorischen Akt sehen. Hersteller und Esser machen das Geschäft unabhängig von den großen Handelsketten. Niemand sonst redet bei den Preisen mit. Kleinen Produzenten ermöglicht die Direktvermarktung überhaupt die Existenz, schließlich haben viele "nur Micky-Maus-Flächen", wie eine Marktsprecherin sagt. Und auch wenn nur ein Teil biozertifiziert ist, so arbeiten viele doch nahe an Bio, mit Nützlingen und Buntheit im Garten. Dazu kriegt man noch Zubereitungs-oder Gartel-Tipps.

Wobei: Nicht alles klappt wie angekündigt. Über die Walderdbeeren im Stock sagte die Bäuerin: "Wenn Sie ein bisserl ein Gefühl für die haben, kommen die jedes Jahr wieder." Doch nach dem Winter ließ sich kein müdes Erdbeerblatt mehr blicken. Was mag das bedeuten? Das Gefühl wär' nämlich da gewesen, schwöre!


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