Nüchtern betrachtet

Von Lerchen betrillert, mit Saftfleisch versorgt


Klaus Nüchtern

Feuilleton, FALTER 15/17 vom 12.04.2017

Mit der Eitelkeit desjenigen, der sich gewohnheitsmäßige Unterlassungen als Widerständigkeit gutschreibt, bestehe ich darauf, die Fastenzeit und andere saisonale Anstrengungen nicht oder nur halbherzig mitzumachen. Pinzenfuttern: ja, Marathontraining : nein, Bärlauchbrocken: mal sehen, Eierpecken: eher nicht. Die Getränkeklausur, die ich mir und meiner Leber (ziemlich beste Freunde!) dennoch gönne, möchte ich als ganz persönliche Anstrengung gewürdigt wissen. Sie bringt eine Art präseniler Bettflucht mit sich, die als Kollateralgewinn insofern buchstäblich zu Buche schlägt, als ich die morgendliche Kregelheit, die mich dann gerne erfasst, dazu nutze, lektüremäßig schon einmal Meter zu machen oder die Nase in aller Früh in Kochbücher zu stecken.

Weil meine Frau einen sehr fordernden Beruf hat - sie ist in der Heranwachsendenförderung tätig und ergo permanent mit hormonell Herausgeforderten beschäftigt, wohingegen ich hauptsächlich mit Lesen und Spazierengehen befasst

  350 Wörter       2 Minuten
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