Film Neu im Kino

Abenteuer, Gier und Geheimnisse: "Gold"


Sabina Zeithammer
Lexikon | aus FALTER 15/17 vom 12.04.2017

Sie sehen aus, als hätten Sie jemanden überfallen, um hierherzukommen" ist üblicherweise kein Satz, der in einer Geschäftsanbahnung zu einem positiven Ergebnis führt. Doch der abgebrannte Goldunternehmer Kenny Wells, der alles auf eine Karte gesetzt hat, um den Geologen Michael Acosta als Partner zu gewinnen, kann diesen tatsächlich von seiner Idee überzeugen, im indonesischen Dschungel nach Gold zu suchen.

Stephen Gaghans Spielfilm "Gold" beruht lose auf dem Bre-X-Skandal des Jahres 1997, einem der größten Bergbau-und Börsenskandale Kanadas. In die USA der 1980er verlegt, werden die drei realen Protagonisten zu zwei Hauptfiguren verschmolzen.

Was einfach wie ein Abenteuerfilm beginnt - unter schwierigen Bedingungen bauen Wells und Acosta eine Mine auf -, entwickelt sich mit der Aussicht auf Reichtum zu einer Geschichte über Gier, blinde Hoffnung, wilde Börsengeschäfte und Korruption. Im Zentrum steht dabei der beherzt agierende Matthew McConaughey (diesmal mit schiefen Zähnen, Halbglatze und Alkoholikerwampe) als Kenny Wells, dessen schmierig-verzweifeltes Gehabe abwechselnd Abscheu und Mitleid hervorruft -und dem, ebenso wie Acosta (fesch in karger Rolle: Édgar Ramírez), doch auch immer wieder etwas Heldenhaftes verliehen wird.

Spekulationen über die ungeklärten Hintergründe des Bre-X-Skandals wagt "Gold" nicht. Nach vielen Wendungen tritt er stattdessen die Flucht in die Rätselhaftigkeit an. Während manche Figuren plötzlich verschwinden, weiß man als Zuschauerin nicht recht, was man von der Mischung aus Drama und Satire halten soll. Das Lob auf unspektakulärere Arten des Geldverdienens, das durch Wells' Ehefrau Kay (Bryce Dallas Howard) verkörpert wird, hebelt der Film mit seinem ambivalenten Ende jedenfalls aus.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)


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