Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Söx


Heidi List
Kolumnen | aus FALTER 15/17 vom 12.04.2017

Stutzt man, so beim Wandern, weil sich hinten am Waldrand jemand mit seinem Geschlechtsteil an einem Erdloch zu schaffen macht, so ist man einem Ökosexuellen begegnet.

Die begeilen sich an allem, was einigermaßen vegan ist, also reiben sich an Bäumen, wälzen sich im Schlamm, lieben Wasserfälle, führen sich formpassendes Gemüse ein. Die Ökosexualität ist, abgesehen von einer Retrohippie-Neobobo-Nische in puncto sexuelle Orientierung laut zwei amerikanischen Künstlerinnen eine besondere Form des Umweltschutzes, denn Menschen neigen angeblich dazu, zu schützen, was ihnen Orgasmen verschafft.

Was nicht stimmt, Stichwort: Frauen, Stichwort: kaputte Dildos, Stichwörter: alles andere auch. Was wir aber wissen, ist, dass Mutter Natur keinen Bock darauf hat. Und weil sie auch nicht deppert ist, tut sie alles, um sich im Frühling die verstärkte Libido der Menschen vom Hals zu halten.

Und verpasst ihnen Allergien gegen Gräser aller Art, Feuerameisen in Hochform und Fauna wie Flora, die bei Berührung Pusteln und Warzen machen, ganz besonders an Schleimhäuten. Ich merke gerade, ich würde echt gerne zusehen.


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