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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 15/17 vom 12.04.2017

Ein Bauer machte im deutschen Altomünster mit seinem Traktor einen Schwenker. Blöd nur, dass dabei ein Güllefass umkippte und sich die Flüssigkeit über ein Cabrio ergoss. Der 52-jährige Lenker und seine 14-jährige Tochter bekamen die volle Ladung ab. Ein Unfall?

Konflikte zwischen Bauer und Bürgersmann haben eine lange Tradition. Schon der italienische Novellist Giovanni Boccaccio schilderte den Besuch tölpelhafter Landbewohner in der Stadt, denen von Kaufleuten auf dem Markt übel mitgespielt wird. Umgekehrt machen sich die Agrikulteure gerne über Städter lustig, die sich in ihrer Freizeit in Schollenexperten verwandeln.

Steckt hinter der Stinkbombe von Altomünster also ein Anschlag der Rustikalität auf die Urbanität? Gegen die Unfallthese spricht, dass Landwirten selten Schnitzer mit Geräten unterlaufen. Sie manövrieren ihre Mähdrescher meisterlich, jonglieren die Rasenmäher souverän durch steiles Gelände. Und dann das? Die wahrscheinlichere Vermutung: Am Steuer des Traktors saß ein Wochenendfarmer.

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FALTER 50/18

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