TV-Kolumne

Zeit am Schirm


BIRGIT WITTSTOCK
Medien | aus FALTER 15/17 vom 12.04.2017

Dass Serien dem Kino immer mehr den Rang ablaufen, ist nun keine neue Erkenntnis, aber eine, die sich mit jeder weiteren gut gemachten Serie mehr einzementiert. Aktueller Binge-Auslöser: die HBO-Mini-Serie "Big Little Lies". Zugegebenermaßen hat die Tatsache, dass David E. Kelley -verantwortlich für TV-Schmonzetten wie "Ally McBeal" und "Picket Fences" - das Drehbuch geschrieben hat, erst zögerlich gemacht. Die Mischung aus Drama, Krimi und Satire funktioniert dann aber irgendwie doch zu gut, um wieder abzudrehen.

Es ist eine Geschichte über Gewalt: häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Mobbing, emotionale Erpressung - ein Drama in sieben Akten, das sich nicht im Unterschichtmilieu abspielt, sondern in den fantastischen Villen der Schönen und Reichen in der Bucht von Monterey. Dass "Big Little Lies" einen reinzieht, liegt allerdings weniger an einem genialen Plot, sondern vielmehr an den ziemlich superen Schauspielerinnen: Reese Witherspoon, Shailene Woodley und Laura Dern - selbst Nicole Kidmans botoxstarres Gesicht passt ausnahmsweise mal wieder in eine Erzählung.


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