Beats in der Pampa

Bevölkerungsprognosen zeichnen dem niederösterreichischen Waldviertel ein düsteres Bild: Abwanderung, Geburtenrückgang, Überalterung. Wie geht es den Jungen, die bleiben? Eine Donnerstagnacht in der Landdisco

BESUCH: VERENA RANDOLF | Landleben | aus FALTER 15/17 vom 12.04.2017


Foto: Stefan Knittel

Letztlich war das Versprechen um die Erdbeerbowle schuld. Daran, dass Hans-Peter Zottl stundenlang im Erdbeerland irgendwo bei Zwettl herumkriechen musste und deswegen abends mit rotverschmierten Händen und marodem Kreuz hinter der Bar stand. Und daran, dass Susanne mit ihrer Schwester im Auto am langen Weg von Wien in die Pampa fast einen Feldhasen überfahren hätte und sich die Stoßdämpfer beim gepflasterten Weg durch den Truppenübungsplatz Allentsteig ramponierte. Sie war auch schuld daran, dass sich Hans-Peter in die Art verliebte, wie Susanne lachte, und später in die ganze Susanne, und daran, dass Susanne am Erdbeer-Bowlen-Abend in der Disco Concorde dasselbe widerfuhr. Sie müsse wiederkommen, hatte er ihr am Wochenende davor noch geflüstert, seine Bowle kosten, die sei echt gut.

Frische Erdbeeren, Zitrone, Zucker und Sekt. Manchmal genügt ein einfaches Rezept, um junge Leute aufs Land zu holen: 23 Jahre ist es her, dass Susanne ihre Wiener Wohnung kündigte und mit Sack und Pack ins 120 Kilometer entfernte Gerweis zog, um den Disco-Besitzer Hans-Peter Zottl zu heiraten und mit ihm eine Familie zu gründen.

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