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NINA HORACZEK
Medien | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Der Phallus lässt sich rechtlich nicht bekämpfen", stand in der Gratiszeitung Heute. Es gibt Sätze, die schreibt man in einem Journalistenleben wohl nur ein einziges Mal. Vorige Woche konnten sich die Lokaljournalisten so richtig schön austoben. Da war nämlich Phallusalarm. Ausgerechnet in der Karwoche hatte ein Antiquitätenhändler ein zwei Meter hohes, 1900 Jahre altes Männlichkeitssymbol aus Marmor direkt im Salzkammergut direkt neben dem ältesten Pilgerweg der Region aufgestellt. Dort findet nicht nur die Karfreitagsprozession statt, "sondern auch das Antlasssingen - ein uralter Brauch, bei dem in der Nacht auf den Karfreitag gesungen und gebetet wird", berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten.

"Verhüterli für den Steinphallus soll den Osterfrieden wahren", lautet die Schlagzeile im Kurier zwei Tage später. Zwar habe es laut OÖN rechtlich keine Chance gegen den "Zwei-Tonnen-Penis" gegeben. Der Antiquar legte aber eine Plastikplane über die "Sex-Skulptur" - versehen mit dem Nietzsche-Zitat "Gelobt sei alles, was hart macht". Und rettete so den Pilgern das Osterfest.


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