Stadtrand Urbanismus

Ringstraßen-Galerien: Wellness in the City


Lukas Matzinger
Stadtleben | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Immer, wenn ich müde bin, wenn die Stadt gerade um die Spur zu laut oder schnell wird und der gejagte Körper nach Kur verlangt, gönne ich mir ein wenig Erholung in den Ringstraßen-Galerien. Am liebsten im hinteren Teil des Einkaufszentrums, dem mit Billa, Bipa, Pagro. Hier ist Müßiggang garantiert.

In den Ringstraßen-Galerien sind keine Menschen, sie sind die entvölkerte Anti-Lugner-City, durch deren Gänge nur der jungfräuliche Geruch gebohnerter Böden und verweigerten Konsums strömt. Alles ist formschön und aufgeräumt und glänzt. Für die Gemütsruhe einer Handvoll wallfahrender Genießer.

Ab und zu verirrt sich ein Tourist in das Naherholungsgebiet. Und immer wieder Passanten, um ungestört zu telefonieren. Sie führen die Galerien ihrer derzeitigen Bestimmung als innerstädtisches Idyll zu.

Das Beratungsunternehmen Standort+Markt hat kürzlich die Mieter österreichischer Einkaufszentren befragt und vergangene Woche 110 Malls des Landes nach deren Bewertungen gereiht. Die Ringstraßen-Galerien scheinen in der Liste nicht auf.

Es kamen zu wenige Antworten der Shopbetreiber retour.


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