TV-Kolumne

Zeit am Schirm


BIRGIT WITTSTOCK
Medien | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Spin-offs, also Ableger erfolgreicher Serien, die meist einen beliebten Nebencharakter zum Helden machen, sind per se eine traurige Sache: Das Unvermögen der Fans, das Ende einer Serie zu akzeptieren, wird zu Geld gemacht. Meist bringt so ein Spin-off lediglich Schmerz - für die Zuschauer, weil der Nebencharakter eben zu Recht nur Beiwerk war und keine eigene Geschichte trägt; für die gierigen Produzenten, weil die Zuschauer bald enttäuscht abdrehen.

Seltenes Glück: das "Breaking Bad"-Spin-off "Better Call Saul." Dass die Serie um den Advokaten des Crystal-Meth-Teufels Walter White gut unterhält, liegt vor allem an zwei Dingen: dem großartigen Hauptdarsteller Bob Odenkirk, der die Wandlung vom Loser Jimmy McGill zum gfeanzten Saul Goodman ebenso glaubhaft wie liebevoll rüberbringt. Und der Tatsache, dass die Macher zwar Charaktere der Mutterserie auftreten lassen, der Figur Saul aber genug Vergangenheit verpassen, dass sie eigenständig funktioniert, ohne ein müder "Breaking Bad"-Aufguss zu sein. Die dritte Staffel startet dieser Tage auf Netflix.


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