Das Recht, gehört zu werden

"Seeing Voices" zeichnet ein vielstimmiges Bild der Gehörlosen-Community

FEATURE: MICHAEL OMASTA | Feuilleton | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Man muss eben kämpfen, gebärdet der Leiter eines Workshops, der junge Gehörlose darin bestärken soll, ihre Rechte wahrzunehmen: ihr Recht auf eine Ausbildung, ein Studium, zuallererst jedoch ihr Recht, gehört zu werden. "Obwohl ich taub bin, kann ich sprechen", lautet die Devise.

In seinem Dokumentarfilm "Seeing Voices" porträtiert Dariusz Kowalski vier Protagonisten und Protagonistinnen aus der Wiener Gehörlosen-Community. "Die kennen sich alle sehr gut", erzählt der Filmemacher, "wenn ein Kind geboren wird, wissen das sofort alle. Es gibt ungefähr 10.000 gehörlose Menschen in Österreich, vielleicht 2000 davon leben in Wien. Das ist sehr überschaubar, manchmal auch zum Nachteil. So gibt es zum Beispiel genau drei gebärdensprachfähige Psychologen in Wien."

Doch die Bedeutung dieses Films geht weit über die Grenzen der kleinen Community hinaus. Er wirft allgemeingültige Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die heimische Bildungsmisere und die so gern beschworene Chancengleichheit

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