Augenblick

Wiener Momente


LM
Stadtleben | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Sie telefoniert, Matzleinsdorfer Platz, 22.30 Uhr, wochentags, bahnsteigübergreifende Lautstärke. "Ich brauche zehn Euro, weil ich mir Zigaretten kaufen muss und was zum Essen ... Aha, es ist dir theoretisch egal, wenn deine 16-jährige Tochter verhungert ... Nein, ich kaufe mir nichts zum Kiffen, weil damit habe ich vor einer Woche aufgehört ... Der Mario? Nein, der spinnt nicht auf mich. Wüsste ich nix ... Aber der Papa hat nur einen Hunderter einstecken, und den kann er nirgends wechseln ... Ich rufe jetzt sicher nicht meinen Bewährungshelfer und die Sozialarbeiterin an ... Ich kann nicht daheimbleiben, du weißt eh, ich brauche jemanden bei mir, sonst fühle ich mich wie ein Mobbingopfer ... Ich war eh die ganze Zeit bei dir, und wenn ich nicht bei dir war, war ich bei der Janine ... Ich habe dir sicher nicht mein ganzes Leben lang Probleme gemacht, das hat erst mit 14 angefangen ..."


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