Film Neu im Kino

Aufgemotzt und angepatzt: Cop-Slapstick in "CHiPs"

DREHLI ROBNIK | Lexikon | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Was in Filmen zu selten gezeigt wird: wie es bei Verfolgungsjagden Leuten auf dem Autorücksitz, die zu cool sind, Sicherheitsgurte zu benutzen, die Plutzer aneinanderhaut; wie ein Cop der California Highway Patrol, kurz CHiPs, seinem beim Shootout fast getöteten Buddy Blumen ins Spital bringt und dauernd ins falsche Krankenzimmer läuft; wie ein Motorradcop sich in der Hotdogpause die Uniform mit Ketchup vollpatzt; wie der bestialische Gestank im Drogenmafia-Versteck nicht von vermodernden Folteropfern, sondern einem Katzenklo herrührt.

Das zeigt diese Kinoversion einer 1980er-Actionserie. In der US-Filmkritik heißt es, "CHiPs" sei hypermaskulin und macho. Stimmt: Dax Shepard (auch Regie) und Michael Peña (immer gut) spielen zwei Hetero-Machos, mit verspannungsbedingter Lähmung, Schamhaarpanik und Masturbationsmanie. Mir kommt ja vor, hier wird Machismo verarscht. Aber vielleicht wird Mann bescheiden im Jahr 41 nach Kottan, in Zeiten der Re-Erotisierung viriler Autorität und uniformierter Durchgriffsgewalt. Der Macho in mir -der mit der Verspannungslähmung - hat recht gelacht.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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