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Wenn der Tabakkonzern die Journalisten sponsert

BENEDIKT NARODOSLAWSKY | Medien | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Eines der besten Videos des Investigativ-Comedians John Oliver wurde 11,4 Millionen Mal aufgerufen (im Netz: http://bit.ly/jo_ tobacco). Es handelt davon, mit welch umstrittenen Praktiken die Tabakindustrie ihr gesundheitsgefährdendes Geschäft vorantreibt und auch nicht davor zurückschreckt, Staaten zu verklagen. Einer der kritisierten Konzerne heißt JTI.

2014 veranstaltete das Institut für Journalismus der FH Wien die ersten Anifer-Journalismus-Tage, Thema "Investigativer Journalismus", Sponsor: JTI Austria. Der Tabakkonzern wird auch die vierten Anifer-Journalismus-Tage im Juli sponsern. Thema: "Alles Lüge? Journalistische Glaubwürdigkeit zwischen alternativen Fakten und Fake News". Journalistische Glaubwürdigkeit und Geld vom Tabakkonzern - passt das zusammen?

Nikolaus Koller, Leiter der Journalismus-FH, sagt: "JTI finanziert den Workshop, aber der Konzern mischt sich 0,0 Prozent ein -weder in die Themensetzung noch in die Auswahl der Referenten."

Was aber hat JTI davon? JTI wolle damit "objektiven und seriösen Journalismus in Österreich" fördern, erklärt Ralf Lothert, Sprecher für JTI Austria. "Für uns als Förderer ist die wachsende Bekanntheit dieses Events eine großartige Bestätigung unseres Engagements."


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