Landrand Ruralismus

Wer Kohle will, muss Kohle geben


Gerlinde Pölsler
Landleben | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Bürgermeister beim Spatenstich, Bürgermeister, die ein Bandl durchschneiden, um einen Kreisverkehr zu eröffnen -diese Bilder kennen wir. Zuletzt kam ein neues dazu: Bürgermeister, die Scheine aus Bankomaten ziehen, hinter sich eine Schlange Menschen, und alle strahlen wie die neuen Zehnerln.

Nach den Postämtern sperren am Land vermehrt Bankfilialen zu, kleineren Orten bleibt oft nicht einmal der Geldautomat: Rentiert sich nimmer. Dabei können sich gerade in diesen Ortschaften auch die Wirte, Geschäfte und Ab-Hof-Verkauf-Bauern kaum eigene Bankomatkassen leisten. Und so müssen Gemeinden zu Geldinstituten und Betreiberfirmen betteln gehen, ob die nicht vielleicht doch wieder einen Automaten aufstellen täterten. Kommen nicht genug Behebungen zusammen, haben sie ohnehin draufzuzahlen. Das steirische St. Peter im Sulmtal blecht 5000 Euro pro Jahr.

Ein Wachauer Bürgermeister versucht nun laut Kurier etwas anderes: Per Flugblatt wirbt er für den Wechsel zu einer bestimmten Bank, weil die dann vielleicht einen Bankomaten aufstellt. Blöd wär halt, wenn viele extra wechseln - und es am Ende doch nicht reicht.


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