Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Leck


Heidi List
Kolumnen | aus FALTER 16/17 vom 19.04.2017

Guten Tag. Es gibt Lecktücher. Falls das eh schon jeder gewusst hat, ich weiß es jetzt auch.

Es sind Folien, die auf zu leckende Stellen am Sexpartner aufgelegt werden, damit man sich vor Krankheiten, Pilzen oder sonst was schützen kann. Zielgruppe sind Lesben und queere Menschen aller Geschlechterkombinationen. Der Nachteil ist, so die Beschreibung im Internet: sie sind teuer und auch schwer zu bekommen. Kondome gibt es überall, aber die Tücher kauft man nur online oder in einem gut sortierten Sexshop. Manche benutzen deswegen auch einfach Frischhaltefolie oder aufgeschnittene Kondome zur Verhütung.

Jetzt fällt mir noch ein Nachteil auf. Es sind nämlich Lecktücher. Man leckt ein Plastik statt die Person. Jetzt weiß ich schon, dass an Dingen lecken an und für sich spaßig ist, aber muss jeder Sexualpartner nach Gummi schmecken? In welch trister Welt leben wir da? Geschmack gehört her. Veilchenlecktücher. Oder Rosenlecktücher. Erdbeerlecktücher. Schokoladelecktücher. Schweinsbratenlecktücher.

Lecktücher, was für ein Wort. Lecktücher. Wollte es nur noch einmal geschrieben haben.


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