Film Neu im Kino

"Guardians of the Galaxy 2" vs. All-Machtansprüche

DAVID AUER | LEXIKON : FILM | aus FALTER 17/17 vom 26.04.2017

Auch diesmal halten sich die "Guardians of the Galaxy" aus dem "Avengers"-Business heraus. Dass sich die von James Gunn fantasievoll und amüsant inszenierte Reihe bisher der Integrationsmanie des Superhelden-Franchises entziehen konnte, zieht der zweite Teil gleich für seine Erzählung heran. Das Freak-Team rund um Star-Lord (Christ Pratt gewohnt keck und süffisant) trifft auf dessen Vater, einen Gott mit Weltenverschlingungsabsicht. Lässig verkörpert von Kurt Russell heißt dieser ausgerechnet Ego und macht vor nichts Halt, "until everything is me" (Disney lässt grüßen).

In der Marvel-Mythologiemaschine kämpft Herkules ganz selbstverständlich gegen Narziss, und sogar Ödipus lernt wieder sehen, wenn auch unscharf. Die buntgescheckten Schwestern Gamora und Nebula legen ihre lebenslange Fehde nämlich erst ad acta, als sie die Ursache dafür in Daddys Erziehungsmethoden erkennen. Das Antidot fürs Vater-Trauma heißt, das kennt man schon, Patchworkfamilie, aber auch die ist hier nur echt mit Kind (Baby Groot) und Haustier (Waschbär Rocket). Alles mehr lustig als tragisch, das Ende ist dennoch ein Tearjerker.

Ab Fr in den Kinos (OF 3D im Haydn)


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