Stadtrand Urbanismus

Wo is es Kugerl? Willkommen zurück!

STADTLEBEN | aus FALTER 17/17 vom 26.04.2017

Irgendwie hat es schon etwas Wienerisches: Der eine, der dem anderen misstraut, aber doch nicht genug, um sich nicht selbst als gewiefter als das Gegenüber einzuschätzen. Der andere, der vorgibt, redlich spielen zu wollen, aber seine wahren Motive bis zuletzt verschleiert. Hoch die Hände, die Hütchenspieler sind wieder in der Stadt!

Vergangene Woche wurden Männer auf der Mariahilfer Straße gesichtet, wie sie eine Stanniolkugel unter drei Nussschalen oder Streichholzschachteln hin und her schoben. Ein Lockvogel mit Glückssträhne zieht Passanten an, sobald einer von ihnen gutgläubig einen 50-Euro-Schein zückt, ist das Kugerl unauffindbar. Der Fingerfertigkeit des Hütchenspielers sei Dank.

Wien hat eine so ausgiebige Geschichte mit Hütchenspielern, dass §30 des Veranstaltungsgesetzes 2005 entgeltliches Spiel mit "Behältnissen, welche im Spielablauf verschoben, gedreht oder sonst wie ortsverändert werden", unter Strafe setzte.

Wirklich gefährlich wird's, wenn ein Hütchenspieler dreimal erwischt wird. Dann geht's Richtung gewerbsmäßigen Betrugs. Wobei: Mit drei Chancen sollten die eigentlich ganz gut umgehen können.


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