Landrand Ruralismus

He Frost: mehr Most!


Gerlinde Pölsler

LANDLEBEN, FALTER 17/17 vom 26.04.2017

Die einen fackeln mit Flammenwerfern Heuballenhaufen ab, die anderen beregnen ihre Obstbäume, auf dass die Eismäntel sie vor noch mehr Kälte schützen. Weinbauern lassen Hubschrauber kommen, die warme Luft nach unten pressen. Wie viel es genutzt hat, wird sich erst in den nächsten Wochen endgültig herausstellen.

Schon im Vorjahr ist den Landwirten das Obst in rauen Mengen weggefroren. Entwarnung ist nicht in Sicht, das Phänomen wird häufiger werden. Durch den Klimawandel verkürzen sich die Winter, die Pflanzen treiben früher aus. Kommt dann noch einmal Frost, ist der Schaden umso größer. Klimaforscher meinen, manche Flächen müssten wohl aufgegeben werden.

Wenigstens eine gute Nebenwirkung hat dieser Jammer, sagen Bauernvertreter: In ihrer Not holen die Obstbauern aus dem wenigen, das da ist, das Beste heraus. Gerade kleine Betriebe halten sich zunehmend durchs Veredeln über Wasser. Sie kreieren Spitzenapfelweine und Edelbrände, sie sperren Mostbuschenschänken auf. Innovation erfolgt. Jetzt müsste das nur noch der Frost erfahren und es wieder gut sein lassen. Jetzt wollen wir nämlich mehr davon. F

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FALTER 30/19
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