Musiktheater Kritik

Tragisch-satirische Oper in Neubesetzung

HR | LEXIKON : MUSIK | aus FALTER 17/17 vom 26.04.2017

Für die als Kammerspiel der Triebe inszenierten ersten beiden Akte ist Matthias Hartmann vielfach kritisiert worden. Die vom Komponisten in "Lady Macbeth von Mzensk" beabsichtigte Verschränkung von Szene und Musik, in der Vulgarität und echte Gefühle nahe beieinanderliegen, ist aber stimmig dargestellt -etwa wenn in der Kopulationsszene Katerinas mit Sergej eine Bühnen-Blaskapelle aufspielt. In der Wiederaufnahme überzeugen die Hauptfiguren Eva-Maria Westbroek und Brandon Jovanovich in ihren Rollendebüts genauso wie Wolfgang Bankl als brutal-geiler Schwiegervater Boris. Die erschütternde Schlussszene in Sibirien gemahnt an Bergs "Wozzeck" und an Leoš Janáček. Ob Mörderin, Häftling, Polizist oder Macho - für Schostakowitsch sind sie alle unglückliche Menschen. Staatsoper, Sa, Mi 19.00


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