Des Fürsten letzter Tag

Funktionärsgroupies, Fürbitten und Jubelsendungen: Der niederösterreichische Landeshauptmann ist abgetreten. Ein Ereignis

FOTO: HERIBERT CORN | POLITIK WIRTSCHAFT | aus FALTER 17/17 vom 26.04.2017

Erwin Pröll bläst die Wangen auf, klatscht und stampft nach der Marschmusik, er entreißt dem Kapellmeister den Stab und beginnt selbst zu dirigieren. Wie oft hatte er diese Show aufgeführt, das Publikum zum Mitklatschen gebracht, sich nach Verklingen irgendeines Regimentsmarschs das Mikrofon genommen, im Kasernenhofton das "Heimatland Niederösterreich" referiert und wieder Beifall geerntet.

Am vergangenen Mittwochabend dirigierte Erwin Pröll zum letzten Mal. Seine Landeshauptmannschaft endete mit einem Empfang im Landhaus von St. Pölten. 1500 Menschen hatte er geladen, Künstler wie Karl Merkatz und Alexander Bisenz kamen und Sportler wie Toni Pfeffer und Thomas Diethart, dazu Äbte und Priester, Parteifunktionäre und Bezirkshauptleute, Unternehmer und Professoren, Beamte und Bürgermeister.

Hunderte von ihnen bilden nun eine Traube um ihn, Janker an Sakko, stehen Schlange für ein letztes Wort mit Erwin Pröll. Manche machen dem Landeshauptmann ein Geschenk, die meisten sprechen

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