Sonntagspätnach mittag, Burggasse, Wien-Neubau.

B T | STADTLEBEN | aus FALTER 17/17 vom 26.04.2017

Ein junger Mann mit starkem Schweizer Dialekt spaziert mit zwei Freunden die Gasse hinauf Richtung Neubaugasse, offenbar auf Sightseeingtour. Typ Architekturstudent, bissl abgewetzt, bissl avantgardistisch. Der Schweizer scheint die Gegend besser zu kennen und redet in einem fort. "Also hier, das Café Espresso. Ja, das ist schon nett, dass es jetzt auch in Wien so viele Hipster-Cafés gibt, das war ja lange Zeit nicht so, und jetzt, wie die Schwammerln, an jeder Ecke sind sie gekommen , und du kannst überall echt gut chillen und einen ordentlichen Kaffee trinken. Aber jetzt poppen überall auch noch diese Kaffee-Kaffee-Läden auf, ihr wisst schon, wo sich jeder aufspielt, als wäre er der Welt-Barista, und wo sie ein totales Trara um jede Tasse machen. Also so etwas von unnötig." First-World-Problems, mitten im Siebenten.


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