Ende der Arbeit? Arbeit ohne Ende!

Die Arbeitswelt steht vor einer Revolution. Bringen Digitalisierung und Robotisierung nur Arbeitslosigkeit und prekäre Jobs? In Österreich ziemlich sicher nicht

RECHERCHE: JOSEF REDL ILLUSTRATIONEN: JAKOB SCHUH | POLITIK WIRTSCHAFT | aus FALTER 17/17 vom 26.04.2017


Illustration: Jakob Schuh

Man sieht sie in Bankfoyers, in Supermärkten, in Flughafenterminals: freundliche Mitarbeiter, die Kunden die Funktionsweise von Geldautomaten, Selbstbedienungskassen und Terminals zum Self-Check-in erklären. Lange werden diese Bankangestellten, Supermarktkassierinnen und Flughafenmitarbeiter nicht mehr zu sehen sein. Ein paar Jahre noch, dann hat sich der Großteil der Kunden mit der Bedienung der Automaten vertraut gemacht. Dann erledigen Maschinen die Jobs, die früher Menschen gemacht haben.

Selten war ein Transformationsprozess in der Arbeitswelt so deutlich sichtbar wie heute. Die derzeit unter dem etwas vagen Begriff der Digitalisierung beschriebene Entwicklung verändert die Wirtschaft in hohem Tempo. Aber was passiert, wenn immer mehr, immer qualifiziertere Jobs von Robotern, Datenverarbeitungsprogrammen und Smartphone-Apps übernommen werden? Bringt die bereits ausgerufene vierte industrielle Revolution durch technologischen Fortschritt steigende Produktivität und Wohlstand? Oder geht der Menschheit die Arbeit aus, ganze Berufszweige werden vernichtet und der Wohlfahrtsstaat ist dem Untergang geweiht?

Am 1. Mai wird Christian Kern von der Festbühne vor dem Wiener Rathaus Optimismus verströmen und die werktätigen Massen auf eine gemeinsame, sozialdemokratische Zukunft einschwören. So wie andere Parteivorsitzende vor ihm (siehe auch Seite 25). Höchstwahrscheinlich wird er auch von den Herausforderungen der Digitalisierung sprechen und erklären, wie die Sozialdemokratie Arbeitsplätze sichern will – notfalls auch ohne Maschinensteuer.

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