GUTER STOFF

Die einen soll er heilen, die anderen reich machen: CBD, ein Wirkstoff des Hanfs, gilt vielen als der Stein der Weisen. Was ist dran am Hype ums Cannabidiol?


RECHERCHE: BIRGIT WITTSTOCK
STADTLEBEN | aus FALTER 17/17 vom 26.04.2017


Foto: Heribert Corn

Ein Wunder. Ein Wundermittel. Das geht einem durch den Kopf, wenn Stefanie Benesch von ihrer Krankengeschichte erzählt. Jahrelang litt sie an Rückenschmerzen, die Ärzte versteiften zwei ihrer Wirbel mit einer Metallplatte. Die Schmerzen blieben – weder Kur noch Medikamente halfen. Stattdessen kamen Depressionen, Schlafstörungen und Angstzustände hinzu. Dann erfuhr Stefanie Benesch von Cannabidiol, kurz CBD, einem Wirkstoff der Hanfpflanze. Ihre in San Francisco lebende Enkelin hatte ihr davon erzählt. „Komm her, hier ist Cannabis frei erhältlich“, hatte die gesagt. Cannabis, das klang in Beneschs Ohren nach Drogen, es machte sie misstrauisch. Stefanie Benesch ist 87, einstmals Model, später Gründerin der Wiener Parfümeriekette Topsi und so etwas wie die personifizierte Antithese zu sämtlichen Kifferklischees.

Vier Monate später spielt Stefanie Benesch wieder Golf. Keine 18 Löcher mehr wie früher, aber immerhin neun. Ihren Rücken schmiert sie sich mit einer CBD-haltigen Creme ein. Schmerzmittel hätte sie seither keine mehr gebraucht, sagt sie. „Ich kann wieder schlafen und in die Oper gehen. Viereinhalb Stunden still sitzen war vorher nicht möglich. An einen Wagner gar nicht zu denken.“

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