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Ein Mann sitzt 800 Tage zu Unrecht im Gefängnis und soll aufgrund eines neuen Gesetzes nur eine beschämend niedrige Entschädigung erhalten. Sein Anwalt fordert eine Reform


BERICHT: FLORIAN KLENK
POLITIK | aus FALTER 17/17 vom 26.04.2017

Das ist die kurze Geschichte eines Mannes, der mehr als 800 Tage unschuldig in Haft saß -und dafür nur einen Bettel an Entschädigung bekommen soll. Die Geschichte beginnt am 21. September 2013. Da zückte der Uno-Soldat Hans M. (Name geändert) eine Kleinkaliberpistole und feuerte achtmal auf die Wohnungstüre seines ehemaligen Freundes. Dieser "Freund" hatte sich Geld ausgeliehen und es nie zurückgezahlt. M. sagt, er wollte dem Freund einen Denkzettel verpassen. Er habe gewusst, dass niemand hinter der Türe stand.

Das Geschworenengericht verurteilte M. wegen Mordes, mit nur fünf zu drei Stimmen. M. habe nämlich nicht nur ein paar Mal auf die Türe einer leeren Wohnung geschossen, sondern -ein paar Minuten später -auch noch dann Schüsse abgefeuert, als der Freund hinter der Türe "Wer ist da?" gerufen habe. So hatte es das vermeintliche Opfer ausgesagt. Diesem Opfer wurde geglaubt.

M. fasste zehn Jahre aus und saß drei davon ab. Dann übernahm sein neuer Anwalt Johann Pauer den

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