Am Apparat Telefonkolumne

Warum dieses Volksbegehren für Frauen, Frau Stern?

AM APPARAT: JOSEF REDL | POLITIK | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

Im April 1997 wurde in Österreich auf Initiative der überparteilichen Plattform Unabhängige Frauen Forum ein Frauenvolksbegehren durchgeführt. Exakt 644.665 Wahlberechtigte unterstützten die Forderungen unter dem Titel "Alles, was Recht ist!". Genau 20 Jahre später wird ein Frauenvolksbegehren 2.0 auf den Weg gebracht (Motto: "Jetzt erst recht!"). Maria Stern ist eine der Initiatorinnen.

Wieso braucht es ein Frauenvolksbegehren?

Wir beobachten, dass Frauenpolitik kaum noch stattfindet, besonders seit es kein Frauenministerium mehr gibt. Wir sehen weltweit einen frauenrechtlichen Backlash, der mit Demokratieverlust und Entsolidarisierung einhergeht. Wir wollen Teil einer Gegenbewegung sein, einer politischen Gegenbewegung.

20 Jahre nach dem Frauenvolksbegehren -inwiefern unterscheiden sich die Forderungen?

Es sind mehr geworden. Seit 100 Jahren bestehende Forderungen wie "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" wurden nie umgesetzt, andere sind in der jüngeren Vergangenheit durch Sozialabbau dazugekommen

Wer sind die Initiatorinnen?

Eine Gruppe von jungen Frauen. Wir sind basisdemokratisch organisiert und arbeiten in verschiedenen Gruppen mit den Schwerpunkten Aktionen, Inhalt, Recht und Crowdfunding.

Die Kampagne wird über Crowdfunding finanziert?

Ja. Das ist jetzt das Wichtigste: Wir brauchen so schnell wie möglich 150.000 Euro. Wir selbst arbeiten ehrenamtlich, brauchen aber das Geld, um uns eine Infrastruktur aufzubauen, für rechtliche Abklärungen, um in den ländlichen Raum vorzudringen.

Sollten Sie die nötigen rund 8400 Unterstützungserklärungen bekommen -wann soll das Volksbegehren durchgeführt werden?

Wir sind vorsichtig, weil wir nicht wissen, wann die Nationalratswahlen stattfinden. Derzeit peilen wir den Jahresbeginn 2018 an.


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