Dampflok und Diskursnebel

Die Wiener Festwochen ziehen in den Arbeiterbezirk Favoriten. Ein Industriedenkmal wird zu einem "Performeum"


LOKAL- AUGENSCHEIN: MATTHIAS DUSINI
FEUILLETON | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

In der Montagehalle wird der Dualismus Mann und Frau aufgeweicht und abgeschrubbt. Das versprechen die Kuratorin Nadine Jessen, 41, und der Kurator Johannes Maile, 40, die im Auftrag der Wiener Festwochen ein ehemaliges Industriegelände gleich hinter dem neuen Hauptbahnhof bespielen.

Die Laxenburger Straße 2a ist ab 13. Mai das Performeum, zugleich Ausstellungsort, Partyzone und Festivalzentrum. Nadine Jessen steht vor einem begehbaren Bubble-Hamam. Im Hamamness werden Performances und Vorträge stattfinden. "Da wird dann etwa ein Philosoph auf einem heißen Stein sitzen und, im besten Sinne, Dampfplaudereien machen", erklärt Jessen. Die Kuratorin hat Erfahrung mit der Nachnutzung von Industriebrachen, denn sie arbeitete mehrere Jahre für den Hamburger Veranstaltungsort Kampnagel, der in einer ehemaligen Maschinenfabrik angesiedelt ist. In der Hafenstadt wurden Kräne zusammengeschraubt, in Wien Lokomotiven.

Die Geschichte des Industriedenkmals reicht in die Frühzeit des Eisenbahnwesens

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