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FLORIAN KLENK
WIR ÜBER UNS : INHALT | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

Wenn der Montag ein Feiertag ist, dann ist für uns der Freitag Montag. Der Donnerstag der Freitag und der Mittwoch der Donnerstag. Sie sehen schon, wir kommen irgendwie aus dem Rhythmus. Denn eine Falter-Arbeitswoche ist ein Ritual und sieht eigentlich so aus: Sie beginnt am Dienstag: da ist der "Sitzungstag". Die Politikredaktion schleppt sich um elf Uhr erschöpft vom Vortag ins Café Korb und debattiert das Programm der Woche. Dann "Thurnhersitzung" um zwölf. Zur Thurnhersitzung kommen wir regelmäßig zu spät, das ärgert den Thurnher, seit ich ihn kenne. Er sagt: "Mit mir kann man es ja machen."

Um 13.30 Uhr ist "Große Konferenz", sie startet mit der Blattkritik und der Frage: "Was wird Cover?". Irgendwer wirft ein, dass wir "endlich eine Frau sichtbar machen müssen". Ein anderer will einen Skandal, der dritte ein "Kulturthema" oder "etwas Fröhliches". Thurnher sagt dann meistens: "Lassen wir das mal reifen." Art-Direktor Dirk Merbach seufzt.

Am Mittwoch wird recherchiert. Allerdings nur von jenen, die wir hier intern "Mittwochsrecherchierer" nennen. Es sind die Kollegen, die Wert auf ein freies Wochenende legen. Donnerstag: Sitzung um 9.30 Uhr. Wir schmeißen den Plan um. Dann Zehn-Uhr-Sitzung. Dann kommt der Freitag: Wieder Zehn-Uhr-Sitzung. Dann ist auch schon wieder Montag, "Schlussproduktion". An diesem Tag arbeiten wir 48 Stunden. Manchmal werfen wir wieder alles um. Außer es ist der Erste Mai. Dann war der Montag schon am Freitag. Und alles kommt durcheinander.


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