Kunst Vernissage

Geschredderte Mode zu Skulpturen veredelt

LEXIKON : KUNST | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

Er war Österreichs erfolgreichster Modedesigner, zog sich aber nach drei Dekaden 2005 aus der fashion industry zurück: Helmut Lang lebt heute in New York und auf Long Island und widmet sich seit seinem Ausstieg ganz der bildenden Kunst.

Ursprünglich wollte der 1956 geborene Wiener ohnehin Künstler werden, ging dann aber doch in die Mode. Später realisierte er Projekte mit der Medienkünstlerin Jenny Holzer und 1998 mit der Bildhauerin Louise Bourgeois, mit der ihn auch eine Freundschaft verband. Schon davor verrieten seine ungewöhnlichen Materialien und seine Modekampagnen seine künstlerische Versiertheit.

Sein Debüt in einer Galerie gab Lang 2015 bei Sperone Westwater in New York. Er zeigte dort stabförmige Skulpturen und Wandobjekte, die er unter anderem aus Textilienresten aus seinem Archiv herstellte. Auf die Idee, seine eigenen Designs zu schreddern und skulptural zu verwursten, kam Lang, als der Großteil seines Archivs einem Brand zum Opfer fiel. Die New York Times kritisierte Langs Kunst damals als allzu routinierten Rückgriff auf die Formensprache des Postminimalismus.

Nachdem eine geplante Schau im Mak 2012 abgesagt wurde, wird Langs Kunst nun in der Sammlung Friedrichshof gezeigt. Im burgenländischen Zurndorf, wo bis 1990 die von Otto Muehl gegründete Kommune lebte, existiert heute ein Kunstraum, der auch eine Filiale in Wien hat. Unter dem Titel "Various Conditions" präsentiert Lang weiße Wandpaneele, die er aus Kunstharz, Stoff und Lack produziert hat, das Gegenstück in Schwarz wird in Wien gezeigt - eine Videoarbeit verbindet die dualistisch konzipierten Ausstellungen. Am Eröffnungsabend fährt ein kostenloses Shuttle zwischen Wien und Zurndorf, für das man sich aber anmelden muss. NS Sammlung Friedrichshof Stadtraum und in Zurndorf, Sa 18.00 (bis 19.11.)


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