Kunst Vernissage

Ladies First: Starker Aufmarsch der Seventies

NS | LEXIKON : KUNST | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

Die Sammlung des Mumok, die auf der Stiftung des deutschen Industriellenpaars Ludwig basiert, umfasst keinen berauschend großen Anteil an Arbeiten von Künstlerinnen. Insofern kommt dem Modernetempel im Museumsquartier die auf feministische Kunst ausgerichtete Kollektion recht, die der Energiekonzern Verbund seit 2004 zusammengetragen hat.

Der von Gabriele Schor initiierte Sammlungsfokus umfasst so etablierte Namen wie Cindy Sherman und Valie Export, ebenso wie viele wiederentdeckte Positionen. Dazu zählt etwa die Wiener Künstlerin Renate Bertlmann, über deren Arbeit auch ein Werkkatalog publiziert wurde. Über 300 Arbeiten aus den 1970er-Jahren sind in der Ausstellung "Woman" zu sehen, die am 5. Mai ihre Vernissage hat. Am Samstag, den 6. Mai findet ab 14 Uhr ein Symposium statt, an dessen Diskussionsrunden 15 internationale Künstlerinnen, darunter Orlan, Martha Wilson und Ulrike Rosenbach, teilnehmen.

Darüber hinaus eröffnet das Mumok eine Personale des 1963 in Vorarlberg geborenen Martin Beck. Der wechselweise in Wien und New York lebende Künstler leitet auf der Akademie für bildende Künste das Institut für das künstlerische Lehramt. Fragen der Erinnerung und Kollektivität spielen in Becks Konzeptkunst eine ebenso große Rolle wie die Bedeutung von Display und Bildfindung. Der Ausstellungstitel "rumors and murmurs" stammt von Becks Wandarbeit "Polygon" deren Muster sich auf die alternative Bewegungen Ende der 1960er-Jahre in Amerika bezieht. Unter den präsentierten Skulpturen, Fotografien, Videos und Büchern befindet sich auch Becks Projekt "Last Night", das sich der letzten Partynacht im New Yorker Club The Loft 1984 widmet. Teil davon ist etwa eine Liste der 118 Songs, die der legendäre Veranstalter David Mancuso damals aufgelegt hat. Mumok, Fr 19.00 (bis 3.9.)


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