Die Welt, ein gruseliger Ort

In ihrer zweiten Regiearbeit begibt sich die Schauspielerin Ingrid Lang in die Abgründe des Sadomasochismus


PORTRÄT: MARTIN PESL
FEUILLETON | aus FALTER 18/17 vom 03.05.2017

In der Küche möchte sie lieber nicht fotografiert werden, sagt Ingrid Lang. "Dort passieren schaurige Dinge." Die 40-jährige Regisseurin, Schauspielerin und Sängerin bezieht sich dabei auf ihre eigene Inszenierung des Theaterstücks "Orgie" von Pier Paolo Pasolini und auf das von Peter Laher entworfene Bühnenbild, das drei zeitlose Wohnräume nebeneinanderstellt: Bad, Schlafzimmer und Küche. Auf den ersten Blick harmlos, strahlt die Bühne tatsächlich etwas Unheimliches aus.

Außerdem gibt sie vor, ein höheres Budget zu haben, als eine Mittelbühne wie das Theater Nestroyhof Hamakom normalerweise zur Verfügung stellen kann. Tatsächlich stammt der Vintage-Plattenspieler aus Ingrid Langs Zuhause und die sonstige Einrichtung aus einer Räumung im privaten Umfeld. "In der Badewanne ist schon einmal ein Mensch gestorben", betont Lang mit einem wohligen Schaudern, setzt sich hinein und lässt sich ablichten.

Schon als kleines Kind sang sie gedankenverloren vor sich hin und wollte Schauspielerin

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